Warum die Primarschule und die Oberstufenschule gegen die Einheitsgemeinde sind
Am 27. September 2009 entscheiden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Gossau ZH über die Einführung der Einheitsgemeinde im Jahre 2010. Mit der Einheitsgemeinde werden die heute selbstständigen Schulen (Primarschule und Oberstufe) mit der politischen Gemeinde fusioniert. In einigen Zürcher Gemeinden ist die Einheitsgemeinde eingeführt, in anderen Gemeinden wurden solche Vorlagen vom Stimmbürger abgelehnt. Die Schulpflegen Gossau lehnen zum heutigen Zeitpunkt die Einheitsgemeinde 2010 ab. Für die Schulen ist eine sorgfältige Fusion wichtiger.
Bevor die Einheitsgemeinde geschaffen werden kann, müssen zuerst oder gleichzeitig die Schulen fusioniert werden. Das ist wesentlich aufwändiger als die Schaffung der Einheitsgemeinde, da bei den Schulen nicht nur Schnittstellen neu definiert werden müssen, sondern beide Betriebe und alle Strukturen vereinigt werden müssen. Die Schulpflegen respektieren den Wunsch des Stimmbürgers nach Vereinfachung der Strukturen, mehr Zusammenarbeit der Behörden und mehr Transparenz. Deshalb forcieren Sie klar eine Fusion der Schulgemeinden.
Ungerechtfertigtes Hierarchiedenken
Schulpflegen bewältigen heute einen viel grösseren Anfall von Behördenarbeit als die Exekutiven der politischen Gemeinden. Dazu kommt, dass die Gemeindeverwaltung immer wesentlich ausgebauter ist als die Schulverwaltung, also den Gemeinderäten viel mehr Arbeit abnehmen kann. Trotzdem geistert in den Köpfen immer noch ein Hierarchiedenken zwischen Gemeinderat und Schulpflege herum – Schulpflegen gelten weniger als der Gemeinderat. Zum Beispiel unterschiedliche Behördenentschädigungen und Finanzkompetenzen spiegeln ein ungerechtfertigtes Hierarchiedenken.
Gemeindeverwaltung und Volksschule haben verschiedene Kulturen
Wer aus der Wirtschaft oder aus einem Gemeindeamt in die Volksschule kommt, muss realisieren, dass die Schule anders tickt. Pädagoginnen und Pädagogen, Therapeutinnen und Therapeuten können nicht gleich direktiv geführt werden wie Mitarbeiterinnen in klar hierarchisch geführten Strukturen, und Eltern und unsere Kinder sind mehr als „Kunden“ oder „Bürger“: Sie brauchen Zeit und Hingabe zum Aufbau einer Vertrauensbeziehung. Dort, wo durch die Einheitsgemeinde Eingriffe durch „externe“ Entscheidungsträger ermöglicht werden, z.B. in der Medienarbeit und der Personaladministration, sind deshalb vermeidbare Konflikte vorprogrammiert.
Bildungspolitik ist auch Finanzpolitik
Investitionen in die Bildung und in die soziale Anleitung unserer Kinder zahlen sich nicht sofort und unmittelbar aus, sondern sind ein langfristiges, dafür nachhaltiges Engagement. Einige Anstrengungen (Sucht- und Gewaltprävention, Schulsozialarbeit, Ski- und Ferienlager, Musikunterricht, einzelne Formen der ausserschulischen Betreuung, Förderung von Hochbegabten in der Gemeinde) sind gesetzlich nicht vorgeschrieben und deshalb freiwillig. Für uns sind sie aber genauso wie der kompetente Unterricht Schlüssel für eine erfolgreiche Schulzeit unserer Kinder – nicht zuletzt auch zur Entlastung der Eltern in Zeiten und in einem Lebensabschnitt mit sehr vielen Anforderungen, die bewältigt werden müssen. Bei der Prioritätensetzung sind wir unseren Kindern und Eltern verpflichtet und wollen dabei eine Konkurrenz beispielsweise zu neuen Infrastrukturprojekten (Altersheim, Strassenbau) oder Sicherheitsausgaben (neue Feuerwehrgarage) vermeiden. Liebe Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, möchten Sie weiterhin uneingeschränkt gute Schulen in Gossau, so geben Sie uns Zeit für eine sorgfältige Fusion. Lehnen Sie die Einheitsgemeinde 2010 am 27. September 2009 ab. Primarschulpflege Gossau Oberstufenschulpflege Gossau
